Friedrichshafen / Bodenseekreis – In einer Umfrage haben die Wirtschaftsförderungen der Stadt Friedrichshafen und des Bodenseekreises den Bedarf an Wohnraum für heutige und zukünftige Mitarbeitende ermittelt. Trotz der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Situation haben zahlreiche Arbeitgeber aus dem Bodenseekreis weiterhin Probleme, benötigte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.
Rund 95 Prozent der insgesamt 132 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen des Bodenseekreises, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sehen dabei einen Zusammenhang mit dem Mangel an Wohnraum. An der Umfrage beteiligt haben sich insbesondere Arbeitgeber mit bis zu 50 Beschäftigten aus dem Handwerk, dem Hotel- und Gastgewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen und weiteren Dienstleistungsbereichen – Branchen, die seit Jahren mit einem Mangel an Fachkräften konfrontiert sind.
96 Prozent der antwortenden Ausbildungsunternehmen geben an, dass sich der Wohnraummangel negativ auf die Gewinnung und Bindung von Auszubildenden, Werk- oder dual Studierenden auswirkt. 60 Prozent davon berichten sogar von einem starken negativen Einfluss. Bei den sonstigen Mitarbeitenden macht sich der Wohnraummangel insbesondere bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften mit abgeschlossener Ausbildung negativ bemerkbar. 94 Prozent verzeichnen hier einen negativen Einfluss.
77 Prozent leiten daraus einen konkreten heutigen oder zukünftigen Wohnraumbedarf für die Zielgruppe der Auszubildenden, Werk- oder dual Studierenden ab. Für die sonstigen Mitarbeitenden geben sogar 92 Prozent bereits heute oder in Zukunft einen Bedarf an Wohnraum an.
Unterschiede zwischen beiden Zielgruppen zeigen sich jedoch in der Art des Wohnraumbedarfs. Während für Auszubildende, Werk- oder dual Studierende mit 70 Prozent eine Mehrheit 1-Zimmer-Wohnungen mit Küche (Appartements) sucht, benötigen drei von vier Befragten für ihre sonstigen Mitarbeitenden insbesondere 2-Zimmer-Wohnungen, gefolgt von 3-Zimmer-Wohnungen (62 Prozent). Gesucht wird dabei überwiegend Wohnraum für einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten.
Befragt nach den aktuellen Unterstützungsleistungen der Arbeitgeber bei der Wohnraumsuche werden vor allem vermittelnde Tätigkeiten wie die Herstellung von Kontakten zu Wohnungsunternehmen und Maklern, die Begleitung der Mitarbeitenden bei Verhandlungen mit Vermietern, die Platzierung von Wohnungssuchinseraten oder innerbetriebliche Wohnungsbörsen genannt. Einige Arbeitgeber aus dem Bodenseekreis verschaffen sich bereits gegenwärtig einen Wettbewerbsvorteil, indem sie Wohnraum zur Verfügung stellen: So bieten bereits rund drei von zehn Arbeitgebern ihren Mitarbeitenden eigenen Wohnraum an, weitere 23 Prozent könnten sich dies künftig als Angebot vorstellen. Während 18 Prozent aktuell Wohnungen für ihre Mitarbeitenden anmieten, erwägen weitere 32 Prozent, dies in Zukunft anzubieten. Demgegenüber können sich die überwiegend kleineren Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, die Anmietung eines Wohnungskontingents, die Gewährung eines Mietzuschusses oder Garantien gegenüber dem Vermieter nur in geringerem Umfang als Unterstützungsleistungen vorstellen.
Die detaillierten Umfrageergebnisse sind hier abrufbar.