Tettnang, 3. Dezember 2025 – Bei der Veranstaltung „Wirtschaft trifft Perspektive – Impuls am Abend“ der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH (WFB) am 2. Dezember hat der Redner Prof. Dr. Norbert Lammert eine klare Analyse der aktuellen Herausforderungen, aber auch Orientierung und Zuversicht vermittelt. Rund 100 Führungskräfte aus der regionalen Wirtschaft folgten der Einladung in das Neue Schloss Tettnang, um die Sichtweise des ehemaligen Bundestagspräsidenten kennenzulernen, sich auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen.
In seinem Vortrag mit dem Titel „Zeitenwende?! – Herausforderungen und Chancen für Politik und Wirtschaft“ spannte Lammert den geschichtlichen Bogen von globalen Umbrüchen seit dem Berliner Mauerfall bis hin zu den jüngsten geopolitischen Ereignissen. Mit der Coronapandemie, dem Überfall Russlands auf die Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise und Inflation habe sich die deutsche Wirtschaft in den letzten fünf Jahren in einem „Dauerausnahmezustand“ befunden. Der russische Angriffskrieg markiere den Bruch mit der europäischen Friedensordnung, auf die sich 1990 mit der Charta von Paris die Staats- und Regierungschefs der Teilnehmerstaaten der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa verpflichtet haben. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika verabschiedeten sich „250 Jahre nach ihrer Unabhängigkeit von einer funktionsfähigen Demokratie“. Weltweit sei die Demokratie leider „nicht die Regel, sondern der Ausnahmezustand“.
Aus Sicht des ehemaligen Bundestagspräsidenten besteht die größte Herausforderung darin, dass weltweit Staaten vereinbarte Regelsysteme brechen und das „Recht des Stärkeren“ auf dem Vormarsch sei. „Eine Welt ohne verlässliche Regeln können sich aber nur die Stärksten erlauben“, so seine Überzeugung, „alle anderen haben schlechtere Karten“.
Während es Deutschland zunehmend gelinge, sich von der Energieabhängigkeit Russlands zu lösen, erfordern das „Outsourcen der Sicherheitsinteressen an die USA“ und das wirtschaftliche Dominanzstreben Chinas geeignete Gegenmaßnahmen Europas. Wesentliche Voraussetzungen dafür seien zum einen Stabilität in dem Sinn, dass Regelsysteme etabliert und eingehalten werden, zum anderen Innovation. Als größte Volkswirtschaft in der Mitte Europas mit Ost-West-Geschichte und funktionierender Demokratie spiele unter allen europäischen Ländern kein Land eine ähnlich bedeutende Rolle wie Deutschland.
Lammert forderte die rund 100 Gäste der Veranstaltung deshalb dazu auf, sich auf diese Herausforderungen einzustellen, vorhandene Kräfte zu mobilisieren und die Veränderungen aktiv zu gestalten.
Die beeindruckende Kulisse des Neuen Schlosses Tettnang bot den passenden Rahmen für einen Abend, der bewusst über das Tagesgeschäft hinausging und der Zuhörerschaft neue Perspektiven vermittelte. Nach dem Vortrag nutzten die Gäste die einmalige Gelegenheit zu vertiefenden Gesprächen und neuen Kontakten – ganz im Sinne der WFB, die mit ihren Netzwerkveranstaltungen einen Raum für Orientierung, Austausch und Inspiration eröffnet. Ein besonderer Dank gilt dem Tettnanger Unternehmen BROSA, das in seiner 90-jährigen Firmengeschichte viele Krisen bewältigt und anlässlich des Firmenjubiläums die Veranstaltung unterstützt hat –ein weiterer Beweis seines Engagements für Standort und Region.
„Mit diesem Abend wollten wir als Wirtschaftsförderung nicht nur neue Sichtweisen aufzeigen, sondern auch eine Plattform für den auch in digitalen Zeiten wichtig bleibenden persönlichen Austausch bieten“, betont Benedikt Otte, Geschäftsführer der WFB. „Wir leben in einer Zeit, die viele Fragen aufwirft – für Unternehmen, für Politik und für jede und jeden Einzelnen. Umso wichtiger ist es, Menschen zusammenzubringen, Perspektiven zu teilen und Mut zu machen“, so Otte weiter. „Mein besonderer Dank gilt Prof. Lammert für seinen eindrucksvollen Impuls, dem Unternehmen BROSA für die Unterstützung und allen Gästen, die diesen Abend mit Leben gefüllt haben“, resümiert Otte.
Mit „Wirtschaft trifft Perspektive – Impuls am Abend“ setzt die WFB ihre Aktivitäten fort, die regionale Wirtschaft inhaltlich zu stärken und gleichzeitig hochwertige Netzwerkformate im Bodenseekreis zu etablieren. Auch im Jahr 2026 sind Veranstaltungsformate geplant, die diesen Rahmen bieten.
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