Praxisnah, pointiert und mit klaren Botschaften für den Handwerksalltag: Beim Handwerkerforum am 15. Oktober 2026 zeigte Referent Udo Barth von der Ammersee Akademie, worauf es bei erfolgreicher Unternehmenskommunikation im Handwerk heute wirklich ankommt. Schon zu Beginn machte Barth deutlich: Das Smartphone ist längst zum „Schweizer Taschenmesser der Kommunikation“ geworden. Gleichzeitig reicht es nicht aus, einfach nur präsent zu sein. Erfolgreiches Marketing lebt von Regelmäßigkeit, Kontinuität und Wiedererkennbarkeit. Gerade der oft unterschätzte Unterbewusst-Effekt spiele eine entscheidende Rolle, um sich langfristig von Wettbewerbern abzuheben.
Ein zentrales Thema des Abends war die zunehmende Bedeutung von Authentizität. Während Künstliche Intelligenz viele neue Möglichkeiten eröffnet, macht sie Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit zugleich komplexer. Echte Bilder, echte Menschen und echte Geschichten gewinnen dadurch noch stärker an Bedeutung. Besonders im Handwerk gelte: Menschen kaufen von Menschen. Die Leidenschaft und Persönlichkeit eines Betriebs lasse sich durch virtuelle Agenten oder automatisierte Kommunikation nicht ersetzen. Auch der Umgang mit Online-Bewertungen wurde intensiv diskutiert. Schlechte Bewertungen sollten ernst genommen werden. Statt Beiträge zu löschen, sei eine professionelle und persönliche Reaktion gefragt. Wichtig sei dabei, authentisch zu bleiben und nicht in einen unpersönlichen „KI-Sprech“ zu verfallen.
Mit vielen Praxisbeispielen verdeutlichte Barth, dass nicht jede Werbemaßnahme automatisch erfolgreich ist. Sein klares Fazit: Lieber gar nicht werben als schlecht werben. Den perfekten Mediamix gebe es zwar nicht, doch ein Instrument bleibe unverändert wirksam: die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda. Diese funktioniere heute sowohl im persönlichen Gespräch als auch digital über soziale Netzwerke und Bewertungsplattformen. Immer wieder stellte der Referent die zentrale Frage in den Mittelpunkt: „Was hat mein Kunde davon?“ Kundenperspektive und Verkaufspsychologie müssten bei jeder Marketingmaßnahme konsequent mitgedacht werden. Selbst Betriebe mit vollen Auftragsbüchern sollten ihre Kommunikationsaktivitäten nicht vernachlässigen. Kontinuierliches Marketing sichere langfristig die Sichtbarkeit, stärke die Marke und unterstütze die Gewinnung neuer Fachkräfte.
Besonders großes Interesse weckte der Themenblock rund um Stellenausschreibungen und Bewerbungsprozesse. Gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutierte Barth, wie Unternehmen ihre Bewerbungswege vereinfachen und modernisieren können. Statt langwieriger Papierprozesse seien unkomplizierte und schnelle Lösungen gefragt. Ein praxisnaher Tipp: Der erste Anruf kommt vom Chef persönlich. Wertschätzung gegenüber Bewerberinnen und Bewerbern sowie die aktive Mitarbeitersuche seien klare Führungsaufgaben und damit Chefsache.
Die zahlreichen Rückfragen aus dem Teilnehmerkreis zeigten das große Interesse am Thema. Udo Barth beantwortete sämtliche Fragen souverän und praxisnah. Die Aufmerksamkeit im Raum war während des gesamten Vortrags spürbar hoch – zeitweise hätte man sprichwörtlich eine Stecknadel fallen hören können. Das Handwerkerforum bot den Teilnehmenden damit nicht nur wertvolle Impulse für ihre Marketingarbeit, sondern auch konkrete Anregungen für moderne Mitarbeitergewinnung und erfolgreiche Kundenkommunikation im Handwerk.
Im Nachgang konnten die Gäste den Austausch in entspannter Atmosphäre in den Räumlichkeiten der Kreishandwerkerschaft genießen.
Wir danken unserem Referenten, unserem Kooperationspartner, der Kreishandwerkerschaft und allen teilnehmenden Gästen für Ihre Mitwirkung an diesem gelungenen Abend.
Das WFB-Team



